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Pressebericht zur 100-Jahr-Feier, Trostberger Tagblatt vom 16.09.2003

Seeon: Fantastische Dekoration beim Festabend Seeon. Mit einer fantastischen Dekoration, die sich über die Eingangshalle des "Alten Wirts" bis in den Saal hinaufzog, überraschten Obst- und Gartenbauverein Seeon und Bienenzuchtverein Seeon-Truchtlaching ihre Gäste beim Festabend ihres Jubiläums: Vor 100 Jahren waren beide Vereine gegründet worden. Liebevoll und mit Hingabe hatten 

Bruder Ulrich aus Gars bei seiner Fest- ansprache, 
im Hintergrund Anna Schuster vom Gartenbauverein

Mitglieder beider Vereine das Gasthaus mit Blumen, sämtlichen heimischen Obst- und Gemüsesorten geschmückt. Die Imker zeigten in einer kleinen Ausstellung die Grundzüge der Imkerei.In ihrer Begrüßung dankten die Vereinsvorstände Anni Schuster (Gartenbauverein) und Hans Jäger (Bienenzüchter), Pfarrer Otto Steinberger für die würdige Gestaltung des Dankgottesdienstes vor zwei Wochen.  
Dr. Helmut Wittmann führte die Festgemeinde durch den Abend. Der Rückblick auf die Vereinsgeschichte war gewürzt mit kleinen Anekdoten und wurde musikalisch umrahmt von den "Drei Hausierern" und dem Frauendreigesang Seeon. Wittmann blickte auf die Vereinsgründung 1903, als der Bienenzucht-, Obst- und Gartenbauverein Obing aufgrund seiner hohen Mitgliederzahl von fast 200 beschloss, einen Zweigverein zu gründen. 1933 mussten sich der Obstbau- und der Bienenzuchtverein Seeon trennen, da die Imker sonst keinen Bienenzucker mehr erhalten hätten. Beide Vereine hatten erst nach den Kriegswirren wieder ihren Aufschwung und fassten Fuß in ihren Wirkungskreisen. Bürgermeister Konrad Glück würdigte die beiden Vereine als Bestand der Dorfgemeinschaft, die nicht mehr wegzudenken sind. Er dankte allen, die den Vereinen treu zur Seite stehen und sie auf den heutigen Stand gebracht haben. Sepp Rachl, Kreisvorsitzender der Bienenzüchter, gratulierte den Festvereinen und ging auf die Produkte der emsigen Bienen ein. Bienenwachs und Honig würden in vielfältigen Rezepten verwendet - Kerzen, Abdichtungsmittel, Heilmittel und Schönheitsrezepturen sind bekannt. Der Nachwuchs werde bei den Bienenzüchtern immer weniger. Rachl rief daher dazu auf, die Imkerei in Wiesmühl im Naturgarten am Lehrbienenstand zu testen. Mit der silbernen Ehrennadel für 25 Jahre Imkerei ehrte er Jakob Stadler, Alfons Obinger, Georg Mitterer und Maria Prambs. Bruder Ulrich aus Gars übermittelte seine Glückwünsche im Namen des Bezirksverbandes Oberbayern des Obst- und Gartenbaus. "Wir dürfen und sollen uns freuen über die Früchte der Erde, doch ohne unser Tun geht es nicht", leitete er seine Laudatio ein. Er ging auf die innige Beziehung der Natur zum Menschen ein. "Das Wirken des Gartenbauvereines ist Gottes schöne Schöpfung und wir sind ihre Treuhänder" schloss er. Hans Steiner vom Kreisverband ging auf den Grundgedanken der Vereinsgründung ein. Die Initiative wurde damals aufgegriffen, um eine gesunde Ernährung für die einfache Bevölkerung zu sichern. Mittlerweile seien daraus mannigfache ehrenamtliche Einsätze geworden. Man biete den Menschen Unterstützung und Beratung von der Schule bis zum Altenheim, so Steiner. Im Mittelpunkt stünden heute Naturschutz und Landespflege. Kreisfachberater Georg Unterhauser stellte die Gesundheit aus dem eigenen Garten in den Vordergrund. "Wir sollten weiter an die Natur glauben", forderte er die Anwesenden auf. Beide Vereine seien naturverbunden und miteinander verbunden. Die Nachbarvereine aus Obing, Altenmarkt, Kienberg, Truchtlaching und Pittenhart überbrachten neben ihren Glückwünschen als Jubiläumsgeschenk einen "Kastanienbaum der guten Nachbarschaft", der von den Vereinen noch selbst gepflanzt wird. Mit Heiterkeit, Volksweisen und einem kleinen Sketch der Heimatbühne Seeon wurde der Festabend abgerundet. 
Bericht: Christa Kratzsch